Job-Speed-Dating 2026

Mit Persönlichkeit und guter Kommunikation gepunktet

Acht Betriebe finden beim Job-Speed-Dating in der Mittelschule Freilassing Azubis – Wifo lädt zum Erfahrungsaustausch ein

Das Job-Speed-Dating macht es möglich, dass Betriebe und Schüler, die noch nicht wissen, welchen  Berufsweg sie einschlagen wollen, zusammenfinden. Veranstaltet wird das Format in Freilassing seit mehr als 10 Jahren vom Wirtschaftsforum in Zusammenarbeit mit der Mittelschule und weiteren Partnern Ende Januar in der Mittelschulaula.

Kürzlich lud das Wifo in seiner Geschäftsstelle zu einem Treffen mit Vertretern der Unternehmen ein, die heuer erfolgreich waren und acht Auszubildende für so interessante Berufe wie Umwelttechnologe für Wasserversorgung, Heilerziehungspfleger, Industriekauffrau, Fachangestellter für Bäderbetriebe, Kaufmann für Büromanagement, Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik, Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie sowie Industriemechaniker gewinnen konnten. „Ein toller Erfolg, der uns motiviert“, freute sich Wifo-Vorsitzende Anni Klinger.

Bei dem Erfahrungsaustausch waren auch Schulleiter Christian Schneider, Rosi Deubler vom Wifo-Team und Ernst Sattler, der das Projekt Job-Speed-Dating leitet, vertreten. Das einhellige Fazit der Beteiligten: Mit guter Kommunikation, einer offenen, sympathischen Art und Interesse fürs Gegenüber lässt sich einiges erreichen. Diese Strategie gilt übrigens für beide Seiten, also für die Azubis und die Ausbildungsbetriebe wie unsere Zeitung in der Mittelschule erfahren hat, wo sie sich mit ein paar angehenden Azubis unterhalten hat.

Anni Klinger bedankte sich im Namen des Wirtschaftsforums bei der Mittelschule für die gute Zusammenarbeit und bei den Betrieben für ihre Teilnahme am Job-Speed-Dating, denn dies erfordere Zeit und binde Mitarbeiter. Sie betonte, ein solches Engagement sei enorm wichtig für die Wirtschaft in unserer Region. Zudem würden die Unternehmen den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Erfahrungen zu sammeln, neues Wissen zu erlernen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Zum einen bereits bei der Vorbereitung, denn der Betrieb stellt im Vorfeld Infos über sich sowie über die Anforderungen für den angebotenen Ausbildungsplatz zur Verfügung.  Dann in den Gesprächssituationen während des Job-Speed-Datings, wodurch die jungen Leute lernen, sich zu präsentieren. Und danach, wenn bei Interesse und entsprechender Eignung die Schüler ein Praktikum absolvieren dürfen.

Bürgermeister Markus Hiebl betonte, er sei nicht nur als Stadtoberhaupt hier, sondern auch als Betriebsleiter, der erfreulicherweise zwei Auszubildende für den technischen Bereich gefunden habe. Er dankte dem Wifo für das Format Job-Speed-Dating, das in den letzten Jahren kontinuierlich weiter entwickelt und verbessert wurde. Auch den Unternehmen sprach er für das vielfältige Ausbildungsangebot seinen Dank aus. Man dürfe nicht nachlassen, die Schüler gut auf die Berufswelt vorzubereiten und ihnen vermitteln, dass eine Ausbildung vor Ort der Einstieg in die Karriere sein kann.

Christian Schneider hob hervor, die Schüler würden es positiv empfinden, dass sie beim Job- Speed-Dating mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Motivation und nicht nur mit ihren Noten überzeugen können. Auch die wichtige Position der Betriebe sprach er an. Er habe das Gefühl, viele Ausbilder würden die jungen Menschen während der Lehre an die Hand nehmen und sich um sie kümmern. Dies tue ihnen sehr gut, so der Schulleiter.

Dieses Lob freute die Vertreter der Unternehmen. Dass ihnen der erste, persönliche Eindruck sehr wichtig ist, bestätigten sie unisono. Auch mit einer angenehmen Ausstrahlung, einer aufgeschlossenen Art und einem guten Gespräch hätten einige Schüler gepunktet.

Während einer Vorstellungsrunde tauschten sich die Anwesenden über ihre Erfahrungen mit dem Job- Speed-Dating aus und nannten weitere, für sie ausschlaggebende Faktoren, der- oder demjenigen eine sogenannte Gold Card zu überreichen. Mit dieser vom Wifo vergangenes Jahr eingeführten Karte, ist, bei gegenseitigem Interesse versteht sich, ein verbindlicher Termin für ein Vorstellungsgespräch oder ein Praktikum verbunden. Auch einige Tipps gab man sich untereinander. So meinte eine Ausbildungsbeauftragte, es wäre gut, bei Schülern, die noch schwanken, proaktiv anzurufen, für die Branche zu werben und ihnen ein Praktikum anzubieten.

Auch Ernst Sattler stellte den wichtigen Punkt „Kommunikation“ noch einmal heraus. Bei den Verantwortlichen der Betriebe bedankte er sich besonders dafür, dass sie den Schülern eine Chance zum Beispiel für ein Schnupperpraktikum geben, ohne dass die Noten im Vordergrund stünden. „Danke für die Firmenerfahrung, das prägt die Schüler fürs Leben“, so der Projektleiter. Er fügte noch an, dass man schon jetzt wieder überlege, wie man das nächste Job-Speed-Dating weiter verbessern könne.

Die Möglichkeit während eines Praktikums das Unternehmen und das Team, mit dem man künftig zusammenarbeiten wird, kennenzulernen, wurde dann auch beim anschließenden Gespräch in der Mittelschule  mit einigen Abschlussschülern immer wieder als Grund genannt, sich für den Ausbildungsplatz beworben zu haben. Das Job-Speed-Dating empfanden einige als gute Inspiration für Berufe, die sie bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatten. Die künftigen Azubis zeigten sich sehr aufgeschlossen, erzählten ein bisschen über sich selbst und verrieten, sie würden sich total auf das neue Kapitel in ihrem Leben freuen. Zum einen, weil der Ausbildungsvertrag für sie quasi der Einstieg ins Erwachsenenleben sei und zum anderen, weil sie das erste eigene Geld verdienen.

Wie die Heimatzeitung auf Nachfrage bei der Mittelschule erfahren hat, tue sich nach den Abschlussprüfungen erfahrungsgemäß noch einiges in puncto Ausbildungsverträgen, auch bei solchen, die beim Job-Speed-Dating ihren Anfang nahmen.

(Text und Fotos: Karin Kleinert)


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