Feuerwehr beeindruckt das Publikum
Freilassinger Kameraden demonstrieren bei der Autoshow ihr Können – Zwischendurch wurde aus Show plötzlich Realität
Freilassing. Einen Eindruck vom Alltag der Freiwilligen Feuerwehr Freilassing konnten sich die Besucher bei der Autoshow (wir berichteten) machen. Mit Blick auf das historische Alte Feuerwehrhaus mit seinem Schlauchturm, hatten die Florianijünger diverse Gerätschaften und Einsatzfahrzeuge aufgebaut. Schlange standen die jüngsten Besucher während des gesamten Ausstellungstags, um mit Unterstützung der Jugendfeuerwehr einen fingierten Brandherd am Feuertrainer mit dem D-Schlauch zu löschen. Geschickt wurde so das Interesse für die Feuerwehr geweckt; denn es fehlt, wie bei so vielen anderen Vereine auch, der Nachwuchs. Gesucht werden Quereinsteiger und Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren.
Anhand eines stark demolierten Unfallfahrzeugs, das vorn und hinten angekettet war, stellten die Feuerwehrler die Kettenrettung aus Schweden vor, mit der Autos nach einem Crash bis fast zum Urzustand auseinander gezogen werden, „wenn mit dem Spreizer nichts mehr geht“, erklärt Hans Schindler, Ausbilder für Großfahrzeuge und Drehleiterlöschfahrzeuge im Gespräch. Flankierend dazu waren das Tanklöschfahrzeug TLF 4000, ein spezialisiertes Feuerwehrfahrzeug, das mit circa 4000 Liter Wasser und gut 1000 Liter Schaummittel bei Waldbränden eingesetzt wird, ebenso aufgestellt wie der Rüstwagen, sichtbar für alle Besucher gefüllt mit Spezialgeräten für den Einsatz bei Verkehrsunfällen.
Und der kam, ungeachtet der Präsentation, völlig überraschend für die FFW und zeigte, wie schnell aus einer Show, Realität werden kann. Mit dem Rüstwagen fuhren die Feuerwehrler mit Blaulicht und Martinshorn durch die vielen Besucher der Autoshow in der Lindenstraße, voraus liefen einige Kollegen durch die Menge, um eine unfallfreie Durchfahrt zu gewährleisten. Einsatzort war ein Auto- Unfall in der Salzburger Straße. Zum Glück war nichts Gravierendes passiert und das Einsatzteam konnte wieder rasch den Rückweg antreten.
Der Feuerwehrspruch „Retten, löschen, bergen, schützen“ wurde anschließend eindrucksvoll von den Männern der Feuerwehr am Beispiel des stark demolierten Autos demonstriert. Erster Kommandant Rochus Häuslmann informierte die Zuschauer jeweils über die einzelnen Schritte seiner Mannschaft. Unter Leitung von Zugführer Werner Kinzel zeigte ein junges Team, wie man als Erstes das Unfallfahrzeug sichert und unterbaut, dann mit der Rettungsschere die Fahrertür aufspreizt und entfernt und dann noch mittels Rettungsschere zum Schluss das Dach entfernt, um im Notfall problemlos an hilflose Unfallopfer gelangen kann.
Auch beim Zuschauen erkannten die Zuschauer, wie schwer und schweißtreibend diese Aufgabe und wie wichtig auch die Zusammenarbeit im Team war. Zwei Männer aus dem beeindruckten Publikum, ergriffen das Angebot des Kommandanten und versuchten sich – mit entsprechender Schutzkleidung gesichert – unter Anleitung eines Feuerwehrprofis, an der schweren Arbeit mit der Rettungsschere.
Zeitungsbericht PNP vom 28.04.2026, Gisela Brechenbacher

