Job-Speed-Dating 2026

Jugendliche erhalten Goldkarten: 60 Schüler aus Freilassing beim Job-Speed-Dating

Das vom Wifo und der Mittelschule Freilassing (Berchtesgadener Land) gemeinsam organisierte Job-Speed-Dating kam heuer besonders gut an. Sowohl die Unternehmen als auch die Schüler äußerten sich anerkennend über das Format, beschrieben die Atmosphäre in der Mittelschulaula als ausgesprochen angenehm. Und nicht zu vergessen: Einige durften sich auch über die begehrten Goldkarten mit einem festen Termin für ein Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz freuen.

Wifo-Vorsitzende: „Heute könnte euer Tag sein“

Bevor die erste der beiden zweistündigen Runden eingeläutet wurde, gab es zur Begrüßung motivierende Worte für die etwa 60 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen (M-Zug), die noch keinen Ausbildungsplatz haben. Wifo-Vorsitzende Anni Klinger sagte: „Heute könnte euer Tag sein, seid also aufmerksam und ergreift die Chance“. Bürgermeister Markus Hiebl gab ihnen mit auf den Weg, den Ausbildern viele Fragen zu stellen und sich über alle Branchen zu informieren, die heute vertreten seien. Auch Projektleiter Ernst Sattler riet den Schülerinnen und Schülern, während der Einzelgespräche mutig zu sein und „den Mund aufzumachen“. Denn nur so könnten die Ausbilder feststellen, ob die Wellenlänge passt.

An die Verantwortlichen der gut 30 Betriebe aus Freilassing und der Umgebung richteten die Organisatoren ein großes Dankeschön für ihr Engagement, junge Menschen auszubilden und damit in die Zukunft zu investieren. Vertreten waren Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Logistik/Transport, Gastronomie, Handel, kaufmännische Berufe, Hotellerie/Tourismus und Pflege sowie verschiedene Berufsfachschulen.

Nun erklärte Projektleiter Sattler noch den Ablauf und schon ging es los. Die Schüler setzten sich an die Stände der Unternehmen, man führte ein Kennenlerngespräch und alle fünf Minuten ertönte der Gong als Zeichen, im Uhrzeigersinn zum nächsten Betrieb zu wechseln. Anfangs noch etwas nervös und angespannt, war bald eine gewisse Sicherheit bei den jungen Leuten zu verspüren, weil sie gut vorbereitet waren und sich von den Ausbildern angenommen fühlten. Einige Betriebe hatten zusätzlich einen Lehrling mit dabei, was die Gesprächssituation sichtlich auflockerte.

Schüler wurden im Vorfeld mit zusätzlichen Infos versorgt

Das Gefühl der Sicherheit komme dieses Jahr auch daher, so Schulleiter Christian Schneider, weil die Schüler im Vorfeld von den Betrieben mit vielen zusätzlichen Informationen versorgt worden waren, die das Wifo mittels einer Online-Umfrage speziell zur Ausbildung ermittelt hatte (wir berichteten). Das Job-Speed-Dating sei auch dahingehend eine wirklich gute Sache, weil sich viele junge Leute dann konkret befassen müssten, wie es für sie nach der Mittelschule weitergeht und welche beruflichen Perspektiven sie haben, betonte der Rektor.

Weil die Verantwortlichen einen Fokus auf die Fachschulen und Ausbildungsbetriebe für Pflegeberufe legen wollten, war dieser Bereich in beiden Runden vertreten, so dass ihn alle Schülerinnen und Schüler durchliefen. Eine guten Überblick, was es in diesem Bereich für vielfältige Möglichkeiten gibt, bekamen die jungen Menschen am Stand des Ausbildungsverbunds Pflege der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein, so dass ein paar Unentschlossene spontan Interesse zeigten. Es gab auch einige Schüler, die genau im Blick hatten, in welchem Bereich sie einmal arbeiten wollen.

So meinte Zoey aus der 10. Klasse, dass sie eine Ausbildung in einem medizinischen Beruf anstrebe und bereits ein Praktikum vorweisen könne. Nach dem fünfminütigen Gespräch hatte sie Ausbilderin Rebecca Magerl von den Kliniken Südostbayern von sich überzeugt und ihre Goldkarte in der Hand. Den interessanten Ausbildungsberuf Kaminkehrer stellte Tobias Wagner vor. Auf die Frage eines Schülers, welchen Schulabschluss man für diesen Beruf brauche, sagte der Kaminkehrermeister, er habe hier in Freilassing die Mittelschule absolviert, nach der Lehrer den Meister gemacht und sich danach noch zum Energieberater weitergebildet. „Wer sich einsetzt, dem stehen viele Wege offen“, ermutigte er den Neuntklässler.

Einzelhandel stößt auf offene Ohren

Für die Ausbildung zum Verkäufer beziehungsweise zum Kaufmann im Einzelhandel warben die Vertreter der vier großen Supermarktketten. Wegen des vielseitigen Berufsfeldes und den guten Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb der Unternehmen stießen sie auf offene Ohren bei den jungen Leuten, so dass auch hier mehrere Goldkarten die Seiten wechselten.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Anni Klinger bei einigen Partnern, die die jungen Menschen ebenfalls auf dem Weg in die berufliche Zukunft unterstützen und in der Mittelschule für Fragen zur Verfügung standen. Dies waren Veronika Sedlmeir von der Bildungsregion Berchtesgadener Land, Silvana Holzäpfel von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern, Annalena Geisreiter, Fachkräftelotsin bei der BGLW, und Katrin Atabay von der Arbeitsagentur.

Text u. Bild: Karin Kleinert, PNP


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