Das WIFO appelliert an die Politik

19.05.2020

Im Gespräch mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann legte Freilassings Wifo-Vorsitzende Anni Klinger dar, weshalb schnelle Erleichterungen für den Grenzübertritt für den Handel überlebenswichtig sind.

Eine beispiellose Unterschriftenaktion hat das Freilassinger Wirtschaftsforum (Wifo) in nur rund einer Woche auf die Beine gestellt. Über 1600 Unterschriften für  schnelle Erleichterungen an der Grenze kamen zusammen, davon mehr als 1200 aus dem Berchtesgadener Land. Freilassings Wifo-Chefin Anni Klinger übergab die Petition beim Pressetermin an der Grenze Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

 

Der hatte gemeinsam mit  Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Horst Seehofer  die Saalbrücke besucht, um sich vor Ort ein Bild von den Grenzkontrollen zu machen, die nun nur noch stichprobenartig durchgeführt werden. Doch auch, wenn man nun also den Grenzübertritt wagen könnte, sobald die Luft rein ist – offiziell gilt weiterhin: Nach Deutschland rein darf nur, wer einen triftigen Grund hat. Und das ist zum Beispiel ein Einkauf nicht.

 

Aus Sicht des Freilassinger Wifos ist das freilich verheerend – leben viele Geschäfte der Grenzstadt doch schließlich von den österreichischen Kunden: Von bis zu 70 Prozent Umsatzverlust ist die Rede – und das, wo doch viele Geschäfte nach den wochenlangen Schließungen ohnehin bereits stark gebeutelt sind.

 

Aber nicht nur an den Handel denkt Klinger, sondern auch an die vielen grenzüberschreitenden Verbindungen im gesellschaftlichen Leben, die nun gekappt sind. All das anerkannte Herrmann zwar und gab an, auch von seiner Minister-Kollegin Michaela Kaniber regelmäßig auf die Probleme hingewiesen zu werden, die die Grenzkontrollen gerade für das Berchtesgadener Land brächten. Große Hoffnungen für weitere Erleichterungen vor dem 15. Juni machte Herrmann allerdings nicht.